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Musikalischer Rundgang/Veranstaltungsorte
Musikalischer Rundweg
„Der Sommer war sehr groß“
dichtete Rainer Maria Rilke. In Mainz, am Ufer
des Rheins, wird dieses Lebensgefühl greifbar.
Denn im Sommer zeigt sich Mainz von seiner
schönsten Seite. Dann entfaltet die idyllisch
gelegene Landeshauptstadt fast mediterran
anmutende Reize, und diese Reize sind es,
die den Mainzer Musiksommer und seine
„klassische Musik im klassischen raum“ zu
einem besonderen Erlebnis machen.
„Dieser Dom über der Rheinebene wäre mir
in all seiner Macht und Größe im Gedächtnis
geblieben, wenn ich ihn auch nie wieder
gesehen hätte“. Das gewaltige Gotteshaus,
das Anna Seghers beschreibt, gibt auch
tausend Jahre nach seiner Erbauung Mainz
sein Gesicht. Im Dom St. Martin eröffnet der
Musiksommer und beginnt seinen musikalischen
Rundgang durch eine faszinierende Stadt.
Dass die Konventkirche des seit 1260 in Mainz ansässigen Bettelordens der Augustiner-Eremiten eine so reiche Ausstattung besitzt, verdankt sie dem Mainzer Kurfürsten. Er wollte keine „Bauernkirche“ in seiner Residenzstadt haben. Also suchte er Mäzene, die die Arbeit an der Augustinerkirche großzügig förderten.
Der Frankfurter Hof ist ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte. Während der März-Revolution 1848/1849 wurde er zur Wiege der drei großen Volksbewegungen, in deren Tradition unsere demokratischen Parteien noch heute stehen. Es wundert nicht, dass auch die politisch-literarische Mainzer Fastnacht unter seinem Dach aus der Taufe gehoben wurde.
Wer die berühmten Chagall-Fenster in St. Stephan gesehen hat, sollte nicht den Rundgang im schönsten spätgotischen Kreuzgang von Rheinland-Pfalz versäumen. An diesem besinnlichen Ort ist der Musiksommer seit vielen Jahren zu Gast – ein „Highlight“ unter den Veranstaltungsorten.
Die Jugendstilvilla aus dem Jahre 1913 wurde
1988 der Landesstiftung Villa Musica zur
Verfügung gestellt. Seitdem ist sie die erste
Adresse für Kammermusik in der Landeshauptstadt.
Hoch über der Stadt gelegen, ist sie Teil eines
Dreivillen-Ensembles unweit der Sektkellerei Kupferberg.
Unser musikalischer Rundweg führt uns zu
der gotischen Antoniuskapelle. Erst kürzlich
renoviert, blickt sie auf eine bewegte Vergangenheit. Unter anderem
war sie 1574 Sitz des „Gewaltboten“. Der Walpode, eine Art
Polizeichef, benutzte die Kapelle als Pferdestall.
Die Errichtung einer „schlossähnlichen Villa“
lautete der Bauauftrag, den Martin Wilhelm
von Waldthausen 1908 dem Architekten
Bühling gab. Waldthausen war „Kohlebaron“.
Immer wenn eines seiner Kohleschiffe auf
dem nahe gelegenen Rhein das Schloss passierte,
nahm er auf dem Turm stehend die Huldigung der
angetretenen Besatzung entgegen;
... Schloß Waldthausen ist auf jeden
Fall einen Besuch wert.



